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7 Ideen für mehr Vielfalt und Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement und Diversity Management verfolgen dieselben Ziele: Gesunde, zufriedene und produktive Mitarbeitende. Gut aufeinander abgestimmte Angebote ergänzen sich daher perfekt und werden am besten unter Beachtung des jeweils anderen Bereichs entwickelt. Lesen Sie hier den zweiten Artikel zum Thema ‘Vielfalt und Gesundheit’ und wie eine Integration beider Ansätze gelingen kann.

Diversity Management ist Schnittstellenmanagement – und besonders effektiv, wenn auch die Gesundheitsförderung von Mitarbeitenden im Mittelpunkt steht: Neben seinem Fokus auf Chancengleichheit für alle Mitarbeitenden sollen mithilfe von Diversity Management vor allem die unterschiedlichen Hintergründe, Qualifikationen und Denkweisen von Mitarbeitenden finanziell nutzbar gemacht werden. So vielfältig eine Belegschaft ist, so individuell ist aber auch der Bedarf an gesundheitlicher Unterstützung von Seiten des Betriebs. 

Aus anderen Ländern hinzugezogene Mitarbeitende verfügen beispielsweise oft nicht über das nötige Wissen, um die ihnen zustehenden Gesundheitsangebote wahrzunehmen. Ältere Mitarbeitende oder solche mit dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen benötigen hingegen öfter Pausen als andere, oder speziell auf sie eingerichtete Arbeitsplätze. Wie können Unternehmen also Gesundheit und Vielfalt gleichermaßen im Blick behalten? Von den zahlreichen möglichen Ansatzpunkten stellen wir hier sieben vor, die sowohl von Seiten des Diversity Managements als auch des Betrieblichen Gesundheitsmanagements angestoßen werden können.

 

1 Interkulturelles betriebliches Gesundheitsmanagement

Gerade Beschäftigte mit Migrationshintergrund sind oft stärker von Gesundheitsbelastungen betroffen als der Durchschnitt. Um dieser Zielgruppe eine faire Teilhabe am Gesundheitsangebot Ihres Unternehmens zu ermöglichen und Informationsdefizite zu vermeiden, können Sie beispielsweise einige Ihrer eigenen Mitarbeitenden als Gesundheitslotsen einsetzen. Diese sind inhaltlich über die wesentlichen Informationen zum Gesundheitsangebot informiert und fungieren als Bindeglied zwischen der (internationalen) Belegschaft und dem Gesundheitsmanagement. Bestenfalls verfügen sie sogar über ausgeprägte Sprach- und Kulturkenntnisse.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden von höchster Priorität. Durch ein Betriebliches Eingliederungsmanagement fördern Sie die Integration auch von chronisch oder wiederholt erkrankten Mitarbeitenden, verringern die mit längeren Arbeitsausfällen verbundenen Kosten und halten gleichzeitig wertvolles Wissen im Unternehmen. Darüber hinaus ist ein BEM für Arbeitgeber seit 2004 auch verpflichtend

3 Altersmanagement

Aufgrund ihres großen Erfahrungsschatzes sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf das Wohlbefinden Ihrer älteren Mitarbeitenden legen. Damit ein produktives Arbeiten für diese Zielgruppe bis ins späte Erwerbsalter möglich ist, sind Maßnahmen wie flexible Arbeitsmodelle, Angebote zum ‘lebenslangen Lernen’ oder Ergonomie – sowie das zuvor beschriebene Betriebliche Eingliederungsmanagement – unersetzlich. Gleichzeitig sollten Sie auch im Recruiting älteren Kandidat*innen eine Chance geben, denn Sie verfügen oft über ein besonders hohes Qualifikationsniveau.

 

4 Gender im Gesundheitswesen

Studien belegen, dass Männer und Frauen wesentliche Unterschiede im Risiko- und Gesundheitsverhalten aufweisen. Das ist nicht vorrangig genetisch, sondern zu einem großen Teil auch durch unterschiedliche Lebensstile oder die mit dem Geschlecht verbundenen sozialen Fremd- und Selbsterwartungen zu erklären. Während Männer meist stärker zu risikohaftem Verhalten neigen und sich seltener externe Unterstützung suchen, ist das Bewusstsein und Interesse bei Frauen für Gesundheitsfragen deutlich stärker ausgeprägt. Gleichzeitig fühlen sich Frauen jedoch bei der Teilnahme an Gesundheitsangeboten durch ihren Arbeitgeber oft benachteiligt. Dieses Wissen sollten Sie bei der Entwicklung von zielgruppen- und bedarfsgerechten Maßnahmen im Hinterkopf behalten. 

5 Sensibilisierungs-, Beratungs- und Schlichtungsangebote

Zeigen Sie, dass Toleranz als Wert in Ihrer Kultur verankert ist und Benachteiligungen aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft, Gesundheitszustand, sexueller Orientierung und weiteren Vielfaltsdimensionen keinen Platz finden. Schaffen Sie dafür Bewusstsein und Handlungskompetenz innerhalb Ihrer Belegschaft für Themen rund um sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Mobbing oder auch Sucht, beispielsweise durch das Angebot von Sensibilisierungs- und Präventionskursen. Etablieren Sie parallel dazu entsprechende Schlichtungs- und Beratungsstellen für akute Fälle. 

6 Partizipation und Mitsprache

Die Möglichkeit, Arbeitsprozesse aktiv mitzugestalten und Meinungen frei äußern zu können, kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Zugleich sind Unternehmen für mehr Innovation und Erfolg auf den Input von ihren Mitarbeitenden angewiesen. Daher lohnt es sich, partizipative Verfahren auf allen Ebenen zu implementieren – sei es durch regelmäßige Befragungen, Mitarbeitergespräche oder Feedback-Kanäle wie Lytt. 

7 Inklusive und authentische Führung

Führungskräfte haben einen starken Einfluss darauf, ob wir unsere Arbeit als zufriedenstellend, motivierend und erfüllend empfinden. Diese positiven Assoziationen in Verbindung mit der Arbeit und dem Arbeitgeber stehen auch in engem Zusammenhang mit der Gesundheit von Angestellten. Daher ist es wichtig, dass sich Führungskräfte nicht nur sich selbst treu und authentisch bleiben, sondern auch Ihren Mitarbeitenden zuhören, Erwartungen transparent kommunizieren und die Sinnhaftigkeit der aufgetragenen Aufgaben herausstellen. 

 

Diese Ansätze zeigen nicht nur, wie tief Vielfalt und Gesundheit ineinandergreifen, sondern auch, dass beide Konzepte in zahlreichen Bereichen des Unternehmensalltags eine zentrale Rolle einnehmen. Sammeln Sie also Ihre eigenen Erfahrungen in der Integration beider Bereiche, indem Sie diese sieben Ansätze als Ausgangspunkt nehmen, und erforschen Sie auch weitere Win-win Maßnahmen und Anwendungsfelder. Beziehen Sie dabei auch aktiv Ihre Mitarbeitenden ein, denn diese können Ihnen am besten Aufschluss darüber geben, wo noch konkreter Handlungsbedarf besteht.

Caroline Müller-Runte

Caroline Müller-Runte

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